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Ärzte Zeitung, 21.11.2003
 
Weltweit nimmt die Zahl der Depressionen zu

BERLIN (dpa). Im deutschen Gesundheitssystem lassen sich nach Ansicht von Fachärzten psychisch Kranke nicht ausreichend erkennen und behandeln.
"Das Problem wird sich in den kommenden Jahren verstärken", sagte Professor Mathias Berger, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN) in Berlin. Besonders Depressionen nehmen nach WHO-Angaben weltweit - auch in Deutschland - zu. Hier seien bei Frauen seit wenigen Jahren psychische Erkrankungen Hauptursache für Frühverrentungen.

Eine Befragung in Deutschland ergab, daß 49 Prozent der Frauen und 37 Prozent der Männer schon einmal eine psychische Störung hatten, berichtete Berger. Besonders häufig seien Depressionen und Phobien. "Das Gesundheitssystem reagiert darauf nicht", kritisierte Berger.

Professor Jürgen Fritze aus Frankfurt am Main sagte, daß viele Patienten ihre Depression "aktiv verstecken". Sie benennten oft andere, meist körperliche Störungen wie Schlaflosigkeit als Hauptsymptom statt über die Depression zu reden. Andererseits habe es dank bildgebender Verfahren eine Revolution im Wissen um die Wirkung von Medikamenten und von psychischen Störungen gegeben, so Berger auf dem heute endenden DGPPN-Kongreß in Berlin.
 
 

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