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Ärzte Zeitung, 17.12.2001
 
Bei Angststörungen SSRI und Bewegung im Licht

Bei der Telefonaktion wurde deutlich, wie schwierig es sein kann, für Angstpatienten die richtige Therapie zu finden.

NEU-ISENBURG (gwa). Mit der Umstellung auf einen selektiven Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer (SSRI) ist es einer Kollegin gelungen, einen Patienten mit jahrelangem Benzodiazepin-Abusus zu entwöhnen. Das haben die Experten auf der vom Berufsverband der Allgemeinärzte Deutschlands (BDA) und dem Unternehmen GlaxoSmithKline unterstützten Telefonaktion "Angst nach den Terrorakten" als großartigen Erfolg gewertet.

Ein 62jähriger Patient hat ein Schulter-Arm-Syndrom, kardiale Probleme und generalisierte Angststörungen, berichtete ein Hausarzt aus Goslar. Bisher bekommt er täglich 150 mg Opipramol. Aber die Wirkung auf die Angstsymptome ist nicht zufriedenstellend. Außerdem ist der Patient sediert, was nicht erwünscht ist. Was kann jetzt medikamentös getan werden?

Professor Diethard Müller: Zunächst wurde eine Umstellung auf Clomipramin erwogen, was aber aufgrund der Herzprobleme bei diesem Patienten nicht in Frage kommt. Ich empfehle deshalb, einen SSRI wie Paroxtin (etwa Seroxat®) zu verordnen, zunächst in niedriger Dosis von 10 mg täglich, die dann auf 20 mg erhöht wird.

Mehrere Kollegen fragten, was sie zusätzlich zu Medikamenten und Verhaltenstherapien noch für Angstpatienten tun könnten.
Professor Volker Faust: Animieren Sie Angstpatienten, die das können, unbedingt dazu, sich regelmäßig bei Tageslicht draußen zu bewegen. Das wirkt antidepressiv und anxiolytisch! Flotte Gartenarbeit ist gut, auch schnelles Gehen oder leichtes Joggen, aber alles mindestens eine halbe Stunde lang. Wenn Patienten draußen wegen Gelenkbeschwerden nicht lange gehen können, sollten sie je zwei Teleskopstöcke benutzen, wie sie im Skilanglauf üblich sind. Das entlastet nicht nur Hüft-und Kniegelenke, sondern lockert durch die Armbewegung auch Nacken und Schultern, die bei Angst ja häufig verspannt sind.
 
 
 

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