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06.06.2003 - Medizin
Antidepessivum
hilft gegen Schlafapnoe
Weniger
Atemstillstände während des Schlafes
Ein
Antidepressivum kann offenbar Symptome der Schlafapnoe vermindern. In einer
Studie senkte das Medikament mit dem
Wirkstoff
Mirtazapin die Zahl der Atemstillstände von Patienten während
des Schlafes um die Hälfte. Zudem konnte es die Anzahl nächtlicher
Schlafstörungen um 28 Prozent verringern. Alle Patienten zeigten eine
deutliche Verbesserungen ihrer Symptome, berichteten amerikanische Mediziner
auf dem jährlichen Treffen der Associated Professional Sleep Societies.
Die Forscher um David Carley von der Illinois-Universität in Chicago
untersuchten zwölf Patienten zwischen 20 und 70 Jahren. Eine Stunde
vor dem Schlafengehen verabreichten sie ihnen entweder Mirtazapin oder
ein Placebo. Daraufhin wurden die Patienten während der gesamten Nacht
beobachtet. Das Antidepressivum brachte im Vergleich eine deutliche Verbesserung
der Beschwerden.In Deutschland ist der Wirkstoff Mirtazapin in dem Antidepressivum
Remergil® enthalten. Die Forscher hatten vor ihrer Studie verschiedene
Medikamente bereits an Ratten getestet. Dabei hatte Mirtazapin die besten
Ergebnisse erzielt. Es blockiert im Gehirn den Botenstoff Serotonin, der
an der Kontrolle von Stimmung, Gefühlen, Appetit und Schlaf beteiligt
ist. Allein in den USA leiden 15 bis 20 Millionen Menschen an der potenziell
lebensbedrohlichen Schlafapnoe. In Deutschland schätzen Experten laut
Angaben des Fachverbandes Schlafapnoe/Atemstillstand und chronische Schlafstörung
e. V. die Zahl der Betroffenen auf sechs Millionen. Der Name Schlafapnoe
leitet sich vom griechischen Wort Apnoia ab, das Windstille bedeutet. Es
handelt sich um einen Atemstillstand während des Schlafs, der mindestens
zehn Sekunden andauert und öfter als zehnmal in der Stunde auftritt.
Er kommt dadurch zustande, dass die entspannte Zunge beim Schlafen in den
Rachenraum hineinrutscht und so die Atemwege blockiert. Betroffenen kann
während einer Nacht mehrere hundert Mal der Atem stocken und bis zu
zwei Minuten still stehen. Durch den Atemstillstand kommt es beim Patienten
zu einer Unterversorgung des Organismus mit Sauerstoff. Schlafapnoe kann
zu Tagesschläfrigkeit, Sekundenschlaf und Schwindelanfällen führen
und der Auslöser für Bluthochdruck, Herzversagen und Schlaganfälle
sein. Bisher wurde die Schlafapnoe mechanisch mit Masken oder nasalen Atemtherapiegeräten
behandelt, die eine kontinuierliche Überdruckbeatmung aufrecht erhalten.Christine
Harbig
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