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Ärzte Zeitung, 14.04.2003
 
Depressionen: Hausärzte haben die Schlüsselrolle
Ärzte oft wegen somatischer Beschwerden aufgesucht
 

HAMBURG (ts). Hausärzte sind für die Versorgung depressiver Menschen unverzichtbar. Das ist keine neue Erkenntnis, sondern eine Feststellung, die kaum zu oft getroffen werden kann.
Denn die medizinische Versorgung depressiver Menschen ist in Deutschland noch recht verbesserungsfähig. So gaben 24 Prozent von 2224 Befragten einer repräsentativen Umfrage an, von mindestens fünf Symptomen der Depression mittelmäßig bis stark betroffen zu sein. Nicht einmal 20 Prozent von ihnen bejahten die Frage, ob sie derzeit in ärztlicher Behandlung sind, wie Dr. Michael M. Berner auf einer Pressekonferenz des Phytopharmaka-Herstellers Dr. Willmar Schwabe in Hamburg berichtet hat.
Am meisten sei die ärztliche Versorgung von Männern, jüngeren Menschen und Personen mit höherem Bildungsgrad abgelehnt worden, sagte der Psychiater der Universität Freiburg. Mit ein Grund für die inadäquate Versorgung ist auch, daß die psychische Erkrankung nicht erkannt wird. Denn viele Betroffene suchen einen oder mehrere Ärzte allein wegen somatischer Beschwerden auf. Gerade für die rechtzeitige und korrekte Diagnose sowie das Vermeiden überflüssiger Untersuchungen und häufiger Arzt-Wechsel sind Hausärzte von enormer Bedeutung: Denn sie sind es, die die familiäre Situation und die Lebensumstände der Patienten kennen, wie Ulrich Weigeldt, 1. Vorsitzender des Hausärzteverbandes Bremen, betonte.
Und: Es sind die Hausärzte, die viele Jahre lang Patienten betreuen, die am ehesten geringfügige Veränderungen bemerken und schwere Verläufe verhindern können.
 
 

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