zurück zur HomepageForschung aktuell


 
Ärzte Zeitung, 30.05.2003

Eine Stunde mehr Schlaf macht Hirne von Kindern fit
Reaktionszeit und Konzentration nehmen zu

TEL AVIV (gwa). Ob Kinder nachts eine Stunde mehr oder weniger schlafen, hat erheblichen Einfluß auf ihre Leistungsfähigkeit. Klagen Eltern etwa über Lernstörungen ihrer Kinder, lohnt es deshalb, Eltern zu bestärken, die Kinder früher als gewohnt ins Bett zu schicken, damit sie mehr Schlaf bekommen.
Forscher um Dr. Avi Sadeh von der Universität Tel Aviv haben den Einfluß von einer Stunde mehr oder weniger Schlaf auf die Leistungsfähigkeit von Schülern untersucht. 77 Kinder zwischen neun und elf Jahren nahmen teil (Child Development 2, 2003, 1).
Zunächst machten alle Kinder nach ihrer gewohnten Schlafenszeit Computertests in der Schule. Die Kinder mußten etwa eine Taste drücken, wenn ein Quadrat erschien (einfacher Reaktionstest); sie mußten auf ein bestimmtes Tier schnell reagieren, durften aber keine Taste drücken, wenn andere Tiere auf dem Bildschirm auftauchten. Oder sie mußten vorgegebene Zahlenreihen vorwärts oder rückwärts eingeben. Dann wurden die Kinder randomisiert dreimal entweder eine Stunde früher oder später ins Bett geschickt und die Tests wiederholt. Die Aufstehzeit veränderte sich nicht.
Ergebnis: Gingen die Kinder eine Stunde früher ins Bett, schliefen sie im Mittel 35 Minuten länger als sonst und schnitten beim Zahlen- und Tier-Reaktionstest besser ab als zu Studienbeginn und als die anderen Kinder, die im Mittel 41 Minuten weniger schliefen als sonst. Nach Berechnung der Forscher ist der Unterschied zwischen diesen Schlafenszeiten für die Reaktions- und Konzentrationsfähigkeit so groß wie entwicklungsbedingt zwischen Viert- und Sechskläßlern.
 

zurück zur Homepage