Forschung
aktuell
| bdw
29.01.2003
Zu wenig oder zu viel Schlaf: Höheres Risiko für Herzkrankheiten Frauen,
die weniger als fünf Stunden oder mehr als neun Stunden täglich
schlafen, haben ein deutlich höheres Risiko für Herzkrankheiten.
Das berichten Wissenschaftler des Brigham-Krankenhauses in Boston im Fachmagazin
Archives of Internal Medicine (Nr. 163, Seite 205). Die Mediziner
um Najib T. Ayas hatten die Daten einer Zehnjahresstudie an über 70.000
Krankenschwestern ausgewertet. Die Frauen waren nach ihren Schlafgewohnheiten
und Faktoren wie Rauchen, Schnarchen und Übergewicht befragt worden.
Frauen, die sich täglich weniger als fünf Stunden Schlaf gönnten,
erkrankten um 45 Prozent häufiger am Herzen als Frauen mit einem Schlafpensum
von acht Stunden. Bei sechs Stunden Schlaf war das Risiko noch 18 Prozent
höher, bei sieben Stunden 9 Prozent. Doch auch bei Langschläferinnen
fiel das Risiko einer Herzkrankheit höher aus: Bei einem Schlafpensum
von neun oder mehr Stunden lag es um 38 Prozent höher. Welche biologischen
Mechanismen zu diesem Zusammenhang führten und wie stark sich dabei
der individuelle Lebensstil auswirke, sei noch unbekannt, erklären
die Forscher. Möglicherweise hätten beispielsweise das große
Schlafbedürfnis mancher Frauen und das erhöhte Risiko für
Herzkrankheiten eine gemeinsame Ursache. Weitere Meldungen zum Thema Herzkrankheiten
finden Sie im Archiv von wissenschaft.de. ddp/bdw - Ulrich Dewald
|