Forschung
aktuell
| Ärzte
Zeitung, 09.05.2003
Wer meint, sechs Stunden Schlaf reichen, irrt! Nach 14tägigem Schlafmangel ist das Hirn so leistungsfähig wie nach zwei Tagen ganz ohne Schlaf PHILADELPHIA
(sko). Chronischer Schlafmangel ist schädlicher als weithin angenommen:
Wer über 14 Tage nur sechs Stunden oder weniger pro Nacht schläft,
hat dadurch kognitive Funktionsstörungen so wie Menschen, die zwei
Tage überhaupt nicht geschlafen haben.
Das Ergebnis: Chronischer Schlafentzug mit sechs oder weniger Stunden Schlaf pro Nacht führte zu einer signifikanten Abnahme der kognitiven Fähigkeiten im Vergleich zu der Abnahme bei den acht-Stunden-Schläfern, wie der Psychiater Professor Hans P. A. van Dongen und seine Kollegen berichten (Sleep 26, 2003, 117). Dabei
fühlten sich die Testpersonen fit: Die subjektive Schläfrigkeit
nahm nach Beginn des Schlafmangels kurzzeitig zu, änderte sich aber
im Verlauf der weiteren Tage nur noch wenig. Doch Personen mit Schlafbeschränkung
auf vier Stunden waren nach 14 Tagen nur noch so aufmerksam wie Personen
nach zwei schlaflosen Nächten. Außerdem wirkte sich der Schlafentzug
auf die Personen, die normalerweise am längsten schliefen, auch am
stärksten aus.
|