Pharmazie
Pflanzliche Heilmittel
können bei Operationen Risiken steigern
Wissenschaftler des University
of Chicago Medical Center
haben nachgewiesen, dass
die Einnahme pflanzlicher
Heilmittel das Risiko von
Komplikationen während
chirurgischer Eingriffe
steigern kann. Derartige Präparate
können die Herzfrequenz
erhöhen oder verringern, die
Blutgerinnung hemmen, das
Immunsystem verändern
sowie Wirkung und Dauer
einer Narkose beeinflussen.
Zu den untersuchten Heilmitteln
gehörten Echinacea, Gingko
biloba, Knoblauch, Johanniskraut
und Baldrian. Ziel war die
Erstellung von Empfehlungen
zu welchem Zeitpunkt Patienten die
Einnahme vor einer Operation
beenden sollten, schreiben sie im
Journal of the American
Medical Association (JAMA).
Echinacea sollte so früh
wie möglich abgesetzt werden, Ephedra
und Kava wenigstens 24 Stunden
vorher, Knoblauch und Ginseng
wenigstens eine Woche vorher,
Ginko wenigstens 36 Stunden
vorher, Johanniskraut wenigstens
fünf Tage vorher und Baldrian
sollte in reduzierter Dosis
eingenommen werden. Der
Wissenschaftler Chu-Su Yuan
erklärte, dass die meisten dieser
Substanzen bei gesunden
Menschen zu keinen Problemen
führten. Bei Operationen
könnten sie jedoch Sedierung,
Schmerzkontrolle, Blutungen,
Herzfunktion, Stoffwechsel,
Immunität und Genesung
auf Arten beeinflussen, über die derzeit
noch wenig bekannt sei.
Laut der BBC gehen Studien davon aus,
dass rund ein Drittel der
Patienten vor der Operation pflanzliche
Heilmittel einnehmen. In
vielen Fällen werden diese Informationen
allerdings nicht an den
behandelnden Arzt weitergegeben.
Zusätzlich seien Ärzte
vielfach unsicher, wie mit vorhandenen
Informationen zu verfahren
sei.
Die American Society of Anesthesiologists
hat zur Vermeidung
unerwünschter Nebenwirkungen
empfohlen, die Einnahme vom
pflanzlichen Heilmitteln
zwei Wochen vor einem Eingriff
einzustellen. Da diese Frist
nur schwer einzuhalten ist,
entwickelte das Team um
Chu-Su Yuan neue Empfehlungen für
einzelne Präparate.
Sie konzentrierten sich dabei auf jene acht
Produkte, die in Amerika
50 Prozent des Umsatzes stellen. Bei
der Auswertung der vorhandenen
Informationen zeigte sich ein
Mangel an klinisch relevanten
Informationen. Daher wurden
aufgrund bestehender Studien,
Krankheitsgeschichten und
Informationen zu den Wirkungen
entsprechende Empfehlungen
ausgearbeitet.
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