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Chronobiologie

Bisher unbekannter Photorezeptor im menschlichen Auge entdeckt

Neurologen des Jefferson Medical College in Philadelphia entdeckten einen neuen Photorezeptor in der Netzhaut, der
erklärt, wie Licht die biologische Uhr des Menschen steuert. Die erstmals beschriebenen Lichtsinneszellen des menschlichen Auges sind nicht zum Sehen da. Wie kleine Bio-Antennen registrieren sie vielmehr das Licht und steuern dessen biologische Wirkung auf den Körper, beschreiben die Forscher um George Brainard im Journal of Neuroscience.

Die Wissenschaftler konnten belegen, dass der Photorezeptor die Melatonin-Produktion kontrolliert. Besonders sensibel reagiert sie auf die Wellenlängen des blauen Lichtes, wie die Wissenschaftler in einem Experiment mit 72 Probanden zeigten. Für die Stimulation der körpereigenen Rhythmik scheint blaues Licht deshalb besonders geeignet. Die Wellenlängen des rotes Licht wirken hingegen wenig anregend. Das Hormon Melatonin reguliert den circadianen Tag-Nacht-Rhythmus maßgeblich und hält damit die innere Uhr in Schwung.

Tatsächlich können die Ergebnisse bei der Lichttherapie eines Tages eine Rolle spielen, zum Beispiel bei der Behandlung von Winterdepressionen oder von circadianen Störungen, hofft Forschungsleiter Brainard.

Die neu entdeckte Lichtsinneszelle ist der fünfte Photorezeptor im Auge. Außer den Stäbchen, die bei schlechten Lichtverhältnissen Hell-Dunkel-Unterschiede wahrnehmen können, liegen in der menschlichen Netzhaut drei verschiedene Typen von Zapfen vor. Sie sind für das Farbensehen verantwortlich.

Mehr zum Thema Innere Uhr finden Sie im bdw-Newsticker-Archiv.

 

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