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Ärzte Zeitung
 

Schlafgestörte leiden oft auch an Depressionen

BADEN-BADEN / BÜHL (MV). Zwischen Schlafstörungen und depressiven Erkrankungen besteht eine enge
Korrelation. So hat fast jeder depressive Patient einen gestörten Schlaf. Ein- und Durchschlafsstörungen können
aber auch eine Depression auslösen. Denn wird bei einer nächtlichen Schlaflosigkeit nicht ausreichend behandelt,
werden viele dieser Patienten depressiv.

Darauf hat Professor Göran Hajak (Foto) aus Regensburg hingewiesen. Wie der Schlafforscher auf einem
Pressegespräch des Unternehmens Aventis Pharma in Bühl berichtet hat, werden Patienten mit diesen beiden
Störungen noch immer zu wenig behandelt. Die Therapierate liegt nach seinen Angaben bei unter 50 Prozent.

Sowohl Schlafstörungen als auch Depressionen erhöhen nach Aussage Hajaks die Mortalitätsrate aber erheblich: Bei
Schlafgestörten führt die erhöhte Tagesmüdigkeit zu größerer Unfallgefahr vor allem im Straßenverkehr; depressive
Menschen sind häufig Suizid-gefährdet; bei einer Vorerkrankung des Herzens kommt es gehäuft zu Herzinfarkten. Das
Fazit des Schlafforschers: Bei Schlafstörungen und Depressionen sollte so früh wie möglich behandelt werden.

Schlafgestörte depressive Patienten werden, wie Dr. Ulrich Voderholzer aus Freiburg sagte, zumeist mit sedierenden
Antidepressiva behandelt. Was die Behandlung bei primären, chronischen Schlafsstörungen angehe, werden anstelle
der klassischen Benzodiazepin-Schlafmittel aber auch zunehmend sedierende Antidepressiva verwendet.

Eine Studie mit 65 Patienten habe ergeben, so Voderholzer, daß die schlafverbessernde Wirkung des sedierenden
Antidepressivums Trimipramin - von Aventis als Stangyl® angeboten - in einer mittleren Dosis von etwa 100 mg täglich
ähnlich der eines klassischen Benzodiazepins wie Lormetazepam ist. Vor der Therapie von Patienten mit chronischen
primären Schlafstörungen mit einem Antidepressivum sollten nach Ansicht Voderholzers jedoch alle
Verhaltensmaßnahmen zur Schlafverbesserung ausgeschöpft werden. Auch könne die optimale Dosierung von Patient
zu Patient unterschiedlich sein. Geachtet werden müsse zudem besonders bei älteren Menschen auf eventuelle
unerwünschte Wirkungen, zum Beispiel kardialer Art.

 

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