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                      Ärzte Zeitung, 24.09.2001
 
 

                     Beratung fördert Compliance von Depressiven

                      HOLZKIRCHEN (wst). Erfahrungsgemäß ist die Compliance depressiver Patienten schlecht. Das liegt daran, daß ein
                      spürbarer Erfolg von antidepressiven Medikamenten erst nach zwei bis sechs Wochen einsetzt. Außerdem sind
                      diese Patienten oft ängstlich und fürchten sich auch vor unerwünschten Medikamentenwirkungen.

                      Solchen Patienten verordnet der niedergelassene Nervenarzt Dr. Günter Schumann aus Bochum zunehmend
                      hochdosierte Phyto-Antidepressiva, etwa das vom Unternehmen Biocur angebotene Johanniskraut-Extrakt Felis®650.

                      Wichtig sei auch, den Patienten immer wieder zu sagen, daß ihre Antidepressiva erst nach einigen Wochen wirkten und
                      sie die Medikamente ununterbrochen und regelmäßig einnehmen müßten, sagte der Experte auf einer Veranstaltung
                      des Unternehmens in Holzkirchen bei München.

                      Schumann rät, daß die Patienten zunächst häufig in die Praxis kommen sollten, auch um über ihre Probleme sprechen
                      zu können. So werde die Zeit der Wirklatenz überbrückt und die Gefahr eines Therapieabbruchs reduziert.

                      Die häufig mit Depressionen verknüpfte Ängstlichkeit verleite viele Patienten dazu, ihre verordneten synthetischen
                      Antidepressiva nicht zu nehmen, sobald sie den Beipackzettel gelesen hätten. Andere hörten auf, ihre Medikamente zu
                      nehmen, wenn sie meinten, erste Anzeichen einer unerwünschten Wirkung zu spüren, so Schumann. Ärzten werde dies
                      aber meist verschwiegen.

                      Damit Patienten die Therapie nicht vorzeitig abbrechen, ist es wichtig, ihnen von Anfang an die niedrige Inzidenz
                      ernsterer unerwünschter Wirkungen zu erklären. Sie sollten beispielsweise wissen, daß eine solche, im Beipackzettel
                      als selten bezeichnete Wirkung nur bei einem von 100 000 Patienten zu erwarten sei.

                      Noch überzeugender und damit die Compliance fördernd sei es aber, wenn sie eine Alternative verordnet bekämen, bei
                      der im Beipackzettel nur wenig unerwünschte Wirkungen aufgeführt seien, so Schumann.

 

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