| Eines vorweg: Die Depression
ist eine Krankheit. Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation
(WHO) leiden mehr als 200 Millionen Menschen an ihr. Diese Krankheit kann
lebensbedrohlich sein. Sie kann gut behandelt werden. Sie entsteht nicht
aus falschem Verhalten, Denken oder Fühlen. Alle Depressive haben
einen gestörten Gehirnstoffwechsel und zwar einen Mangel an bestimmten
Gehirnbotenstoffen.
Dieser Mangel führt zu Hoffnungslosigkeit und Leistungsmängeln
und allen anderen quälenden Symptomen. Mit verschiedenen Behandlungsformen
wie z.B. Antidepressiva,
Ausdauertraining,
Psychotherapie
und Lichttherapie
wird der gestörte Gehirnstoffwechsel wieder ins Gleichgewicht gebracht,
die depressiven Symptome verschwinden nach und nach. In gesunden Zeiten
ist ein Betroffener genauso leistungsfähig, belastbar und gesund,
wie jeder andere Gesunde es auch ist.
Über die Ursachen der Depression gibt es immer noch einen Streit zwischen Psychiatern und Psychotherapeuten. Die moderne Hirnwissenschafft gibt beiden Recht. Eine individuelle Kombination aus beiden Therapiebereichen ist wichtig und bringt den besten Erfolg. |
| Die behandelbare Krankheit
Depression
Noch vor wenigen Jahren hat man die Depression irrtümlich nach möglichen Ursachen (endogene, neurotische, reaktive Depression) eingeteilt. Diese Klassifikation hat man aufgrund neuerer Kenntnisse verlassen. Heute werden Depressionen nur noch nach dem Schweregrad unterteilt. Wichtig für die Diagnose ist, dass die Symptome mindestens für einige Wochen wahrnehmbar sind und den Betroffenen in seinem persönlichen oder beruflichen Umfeld beeinträchtigen. Somit ist auch die leichte depressive Störung keine Befindlichkeitsstörung, sondern eine ernstzunehmende Erkrankung, die behandelt werden sollte. Die Depression: Eine Bezeichnung für ein Gefühl der Niedergeschlagenheit bzw. für einen Symptomkomplex, dessen Erscheinungsbild sich auf verschiedenen Ebenen des menschlichen Daseins zeigen kann: emotional (Trübsinnigkeit, Gefühl der Gefühllosigkeit), motivational (Entscheidungsunfähigkeit, Antriebsschwäche), kognitiv (Denkhemmung, Grübelneigung), vegetativ-physiologisch (Appetit- und Schlafstörungen, Verdauungsstörungen) im Verhalten (apathisches oder auch rastloses Verhalten, Angstzustände) und körperlich (Konditionsschwäche, Erschöpfung, Rückenprobleme). Der Schweregrad und der Verlauf der Erkrankung können sehr unterschiedlich sein. Symptombeschreibung
Als Betroffener grübelt
man über die möglichen Ursachen dieser Beschwerden
Die eigentliche Ursachen der Depression sind nicht genau geklärt. Mit Sicherheit spielen die genetische Disposition (vererbare Krankheitsanfälligkeit), Traumata, Lichtmangel, Stress eine Rolle, Hormonveränderungen eine Rolle. Bei allen Depressionskranken liegt eine Stoffwechselstörung im Gehirn vor. Dieses chemische Ungleichgewicht kann aber auch wiederum nur eine Folge anderer Umstände sein. Wichtiger als die Ursache ist die professionelle und gezielte Behandlung der Krankheit! |
| Die Biochemie im Gehirn
ist aus dem Gleichgewicht / Wodurch entsteht der Botenstoffmangel im Gehirn?
Die Anfälligkeit, an einer Depression zu erkranken, ist vererbbar (Siehe auch den Kurzbericht "Rolle der Gene bei psychischen Leiden wird deutlicher"!) Eindeutig nachgewiesen ist, dass Sonnenlicht oder helles Licht aus einer anderen Quelle die Serotoninkonzentration deutlich steigert. Lichtmangel kann zu Störungen der Inneren Uhr und damit zu einer Depression, der SAD (saisonabhängige Depression, "Winterdepression") führen. Störungen im Neurotransmitterhaushalt und damit die depressive Erkrankung können auch durch folgende Umstände verursacht werden:
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| Der Umgang mit der Krankheit
Der gesellschaftliche Umgang mit der Depressionserkrankung ist mit erheblichen Schwierigkeiten verbunden. Die Depression wird tabuisiert, man spricht nicht gerne darüber, was zum einen daran liegt, dass das Wissen über diese Krankheit und ihre Ursachen in der Bevölkerung meist sehr gering ist, falsche Vorstellungen und falsche Informationen in den Köpfen existieren und verbreitet werden. Zum anderen ist aber auch die Fähigkeit der Erkrankten, ihre Krankheit zu analysieren und sie den Mitmenschen zu erklären, stark herabgesetzt. Und in gesunden Tagen sieht ein Depressionsbetroffener keine Notwendigkeit, über gewesene krankhafte Schwierigkeiten zu berichten. Es ist auch wirklich zu viel von einem Gesunden zu verlangen, dass er die Krankheit versteht. Jemanden, der mit einer Depression nicht "in Berührung" gekommen ist, ist es nahezu unmöglich, diese Krankheit mit all ihren Symptomen zu verstehen. Jedoch ist in den letzten Jahren eine deutliche Verbesserung im Umgang mit der Depression wahrzunehmen ist. Die medizinische Forschung hat deutliche Fortschritte gemacht. Nicht nur die Behandlungsmöglichkeiten konnten erheblich erweitert werden, auch die Verbreitung der Informationen über die biochemische Ursache hat dazu beigetragen. Es wird z.B. immer populärer, über die SAD in den Medien zu berichten, wobei das Internet als Medium einen besonders wertvollen Beitrag leistet. Wie sollten sich Angehörige
und Freunde verhalten?
Auch wenn es für den Gesunden nahezu unmöglich ist, die Krankheit zu verstehen und sich einzufühlen, kann er mit seiner Bereitschaft zum Zuhören, aber auch mit seinem klaren Kopf eine große Hilfe für den Betroffenen sein. Seine Aufgabe sollte es sein, die Einsicht des Betroffenen in die Krankheit vorsichtig zu fördern und dem Kranken unbedingt zu einem Arztbesuch zu bewegen. Der Depressionskranke braucht eine verständnisvolle, aber konsequente Lenkung in Richtung therapeutischer Maßnahmen, denn seine Einsichtsfähigkeit und der Antrieb, etwas für seine Heilung zu tun, sind sehr stark herab- gesetzt. Es ist nicht sinnvoll, lange Gespräche über krankheitsbedingte Probleme, Denk- und Verhaltensweisen zu führen, man dreht sich nur im Kreis. Allen Beteiligten muss klar sein, dass die Krankheit mit ihren Symptomen nicht aus falschem Verhalten, Denken oder Fühlen entsteht. Besser ist es, den Blick nach vorne zu richten und dem Betroffenen eine therapeutische Perspektive zu geben! Auch Mitleid und übertriebene Rücksichtnahme sind hier fehl am Platz. Auch gutgemeinte Ratschläge wie "Nimm dich zusammen!", "Schlaf dich ´mal aus!" oder "Es wird schon wieder" helfen dem Depressionsbetroffenen keineswegs! "Luftveränderung" und Urlaub ebenso wie Festivitäten können eine Depression verschlimmern, wobei jedoch ein Urlaub in der Sonne u.U. natürlich die Ursache (Lichtmangel) der Depression angehen und damit die depressiven Symptome deutlich reduzieren kann. Je früher man in einer Krankheitsphase therapeutische Schritte in Richtung Heilung einleitet, desto leichter und schneller überwindet der Kranke die Depression, desto schneller steht er wieder voll im Leben. |
| Verbreitung der Krankheit
Man schätzt, dass etwa zwölf Millionen Menschen in Deutschland eine Anfälligkeit für eine depressive Erkrankung besitzen. Andere Schätzungen gehen von ca. 20 Millionen Betroffenen in Deutschland aus. Auch immer mehr jüngere Menschen sind davon betroffen, doch sind Depressionen häufige Erkrankungen jeden Lebensalters. Die Häufigkeit der Depression steht im Zusammenhang mit dem Breitengrad und der zur Verfügung stehenden Lichtmenge. Es gibt Völker in der Nähe des Äquators, die die Krankheit Depression gar nicht kennen. In den letzten Jahrzehnten hat das Auftreten der Krankheit Depression deutlich zugenommen. Diese Tatsache erklärt man sich damit, dass sich der Mensch in der technisierten Zeit immer mehr von seiner natürlichen Umwelt unabhängig gemacht hat. Er ersetzt die Außentemperatur durch geheizte Räume und das Sonnenlicht durch künstliche Beleuchtung. Die Menschen in Industrienationen leiden unter Dauerübermüdung, in den letzten 100 Jahren hat sich die durchschnittliche Schlafdauer um ein Fünftel verkürzt. Der chronische Mangel an Licht und Schlaf bringt den Neurotransmitterstoffwechsel aus dem Gleichgewicht und verursacht die Krankheit Depression. Diese "biochronologische Instabilität", diese chronische Störung der inneren Uhr wird von Generation zu Generation stärker vererbt. Depressionen werden oftmals
nicht als Erkrankung erkannt, weil ihre Symptome falsch interpretiert werden
oder nur als reaktiv zu körperlichen oder sozialen Problemen interpretiert
werden. Das scheinbare Verstehen einer depressiven Erkrankung stellt aber
keine Therapie dar und ersetzt diese
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| Was ist eine Manie?
Die Manie ist mehr oder weniger das Gegenteil der Depression. Sie ist durch gehobene Stimmung, gesteigerten Antrieb und beschleunigtes Denken bis hin zur Ideenflucht gekennzeichnet. Der Betroffenen leidet an einem Zuviel an Gefühl, Antrieb und Impuls. Sie können fröhlich, witzig, ausgelassen und ansteckend wirken, sie sind jedoch mindestens ebenso häufig gereizt, aggressiv und streitsüchtig. Manische Patienten überschätzen sich häufig, glauben sämtliche Probleme lösen zu können. In der Regel besitzen sie keine Krankheitseinsicht und neigen dazu, ihre Größenideen umzusetzen. Durch Überschuldung können sie sich finanziell ruinieren. Maniker sind für ihre Umgebung auf Grund ihrer übersteigerten Aktivität schwer zu ertragen. In der Manie fühlen sich die meisten Betroffenen sehr gut, lehnen jegliche Hilfe energisch und auf überhebliche Weise ab. Die Bezugspersonen leiden unter diesem Zustand sehr. |
Weitere Aspekte der Depression
in Kurzform
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| Wo gibt es weitere Informationen
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