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Fast jeder zweite Patient hat Schlafstörungen

Weltweit größte Schlafforschungsstudie: Nur 70 Prozent aller Insomnien sind den Hausärzten bekannt
 

MÜNCHEN (wst). Aus einer Stichprobe von 20 000 zufällig ausgewählten Hausarztpatienten beklagten 42 Prozent Schlafstörungen. Nur bei etwa 70 Prozent der therapiebedürftig Betroffenen war die Schlafstörung den Ärzten bekannt.

Dies sind Ergebnisse der weltweit bislang größten Schlafforschungsstudie NISAS (Nationwide Insomnia Screening and Awareness Study) 2000, die auf einer Pressekonferenz der Max-Planck-Gesellschaft in München vorgestellt worden ist. Wie Studienleiter Professor Hans-Ulrich Wittchen aus Dresden gesagt hat, waren in die vom Unternehmen Sanofi-Synthelabo geförderte Studie bundesweit 539 Hausarztpraxen einbezogen worden. Bei möglichst allen Patienten, die am Stichtag 11. Juli 2000 eine dieser Praxen konsultiert hatten, wurde unabhängig vom Anlass des Arztbesuches und von der ärztlichen Untersuchung mit einem Fragebogen gezielt nach Schlafstörungen gefahndet. Gleichzeitig wurden mit einem gesonderten Arztfragebogen zu jedem Patienten Diagnose und Therapieempfehlung des Hausarztes erfasst.

Laut Patientenfragebogen litten 41,8 Prozent aller Befragten an Schlafbeschwerden, wobei Insomnien mit Ein- und/oder Durchschlafstörungen mit einer Prävalenz von 32,7 Prozent am häufigsten waren. 15 Prozent gaben Tagesschläfrigkeit, acht Prozent Schlafattacken und sieben Prozent Schnarchen mit und ohne Schlafapnoe an, wobei Mehrfachnennungen möglich waren. Lediglich 70 Prozent aller Patienten mit Schlafstörungen waren ihren Ärzten aufgefallen, und noch seltener war eine klare Diagnose, sagte Wittchen.
 
 
 
 
 
 

Viele können den Fernseher nicht abschalten

Manche Patienten zappen bis in die Morgenstunden zwischen den Programmen

MÜNCHEN (wst). Auch die Ursachen von Schlafstörungen unterliegen einem steten Wandel. Für manche Patienten etwa ist es offensichtlich zum Problem geworden, daß die privaten Fernsehsender und inzwischen auch die öffentlich-rechtlichen Anstalten rund um die Uhr die Mattscheibe füllen.

Dennn, wie der Schlafexperte Professor Göran Hajak auf einer Pressekonferenz in München mitgeteilt hat, wächst die Zahl der Patienten, die an einem manifesten Schlafmangel leiden, weil sie im wahrsten Sinne des Wortes nicht abschalten können, sondern zwanghaft bis in die Morgenstunden hinein zwischen den Fernsehprogrammen hin und her zappen.

Ähnliche Folgen können bei zunehmender Verbreitung des Internets erwartet werden, zumal sich hier beim Surfen und Chatten über alle Zeitzonen hinweg besonders leicht die eigene zirkadiane Rhythmik ignorieren läßt.
 

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