Forschung aktuell
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Ältere mit Depressionen können erfolgreich behandelt werden Bei 60 bis 70 Prozent führt eine Antidepressiva-Therapie zu einer deutlichen Besserung Ältere Menschen mit Depression können heute mit Hilfe aller verfügbaren Therapieverfahren ähnlich gut behandelt werden wie jüngere. In der Regel ist bei den älteren Patienten jedoch eine behutsamere und länger andauernde Behandlung von mindestens sechs bis zwölf Monaten notwendig. Die Compliance und somit der Therapieerfolg hängen wesentlich von der Verträglichkeit des Medikaments ab. Depressive Störungen
gehören ebenso wie die Demenzen zu den häufigsten psychiatrischen
Erkrankungen bei älteren Menschen. Zehn bis 25 Prozent von ihnen müssen
wegen eines depressiven Syndroms behandelt werden. Bei Älteren kommen
etwa 40 - bei Männern sogar 90 - Suizide auf 100 000 Sterbefälle,
bei den 25- bis 45jährigen sind es 20 auf 100 000.
Im Gespräch mit ihrem
Arzt neigen die Patienten dazu, ihre depressiven Symptome zu bagatellisieren
und sie von sich aus auch nicht anzusprechen. Sie kommen primär wegen
ihrer körperlichen Symptome in die Praxis.
Integrativer therapeutischer Ansatz ist erforderlich Aufgrund der multifaktoriellen
Ätiologie der Depressionen im Alter ist ebenso wie bei anderen depressiven
Störungen ein integrierter therapeutischer Gesamtbehandlungsplan indiziert,
bei dem milieutherapeutische, psychotherapeutische und medikamentöse
Interventionen aufeinander abgestimmt sind. Außer der Therapie mit
Antidepressiva und der häufig notwendigen internistischen Basisbehandlung
sind einfache psychotherapeutische Verfahren meist von Nutzen.
Unterstützung durch die Familie erhöht die Compliance Die medikamentöse Behandlung ist auch bei dieser Patientengruppe eine zentrale Säule der Behandlung. Neuere Studien belegen, daß es bei 60 bis 70 Prozent der älteren Patienten unter einer adäquaten antidepressiven Therapie zu einer deutlichen Besserung der Symptomatik kommt. Diese Ergebnisse widerlegen die früher häufig geäußerte Vermutung, daß ältere Patienten schlecht auf eine antidepressive Pharmakotherapie ansprächen. Allerdings wird das therapeutische
Vorgehen durch Multimorbidität sowie durch altersspezifische pharmakodynamische
und pharmakokinetische Veränderungen erschwert. Eine medikamentöse
Therapie sollte daher sorgfältig auf das Alter des jeweiligen Patienten
abgestimmt sein und gegebenenfalls eine internistische Begleittherapie
umfassen. Als günstig hat sich erwiesen, Familienangehörige zur
Erhöhung der Compliance in das Therapiekonzept miteinzubeziehen.
Die neue Generation von Antidepressiva, vor allem die Gruppe der selektiven Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer (Citalopram, Fluoxetin, Fuvoxamin, Paroxetin, Sertralin) bietet aufgrund ihrer weitgehend fehlenden anticholinergen Begleiteffekte und der geringen kardiovaskulären Beeinträchtigung sowie der großen therapeutischen Breite und der geringen Sedierung hier eindeutige Vorteile. Dies gilt auch für die neueren sich auf dem Markt befindlichen Substanzen Reboxetin, Venlafaxin und Mirtazapin sowie für Moclobemid, Nefazodon und Trazodon, die sich ebenfalls durch eine gute Verträglichkeit und hohe Sicherheit auszeichnen. Was den Einsatz von Phytotherapeutika gegen Depressionen angeht, ist das Johanniskraut (Hypericum) die bestuntersuchte Substanz. Für das Hypericum konnte eine antidepressive Wirkung für Patienten mit leicht bis mittelgradigen Depressionen nachgewiesen werden. Therapeutische Effekte einer
Hormonersatzbehandlung bei depressiven Frauen konnten bisher nicht nachgewiesen
werden, ebenso wenig liegen überzeugende Befunde zu anderen, zum Beispiel
durchblutungsfördernden Medikamenten vor.
Dr. Marc Hoffmann Prof. Dr.
Franz Müller-Spahn Klinik für Psychiatrie der Universität
Basel Wilhelm-Klein-Str. 27, CH-4025 Basel Tel.: 0041 / 61 / 325-5111,
Fax: 325-5518 E-Mail: franz.mueller-spahn@pukbasel.
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